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16.01.18, 22:59 Uhr (GMT)

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Deutsche Bank ist aus Londoner Goldfixing ausgeschieden

Die Deutsche Bank hat ihre Beteiligung am Londoner Gold- und Silber-Fixing zum 13. Mai 2014 eingestellt. Zuvor hatte sich das Institut offenbar vergeblich bemüht, einen Käufer für seinen Sitz im exklusiven Kreis derjenigen Banken zu finden, die die Weltmarktpreise für Silber und Gold festsetzen. Dass der Verkauf des Sitzes nicht gelungen ist, führen Marktbeobachter auf in den USA geführte Prozesse sowie auf anhaltende behördliche Untersuchungen zurück, die durch schwerwiegende Manipulationsvorwürfe gegenüber den am Fixing beteiligten Banken ausgelöst worden waren. Die vier nach dem Ausscheiden der Deutschen Bank verbleibenden Fixing-Banken sind die Bank of Nova Scotia, Barclays, HSBC und die Société Générale.

Nur noch zwei Institute beim Silber-Fixing vertreten
Im Jahr 2000 hatte sich schon einmal die Situation ergeben, dass nur noch vier Banken am Goldfixing beteiligt waren. Seinerzeit hatte HSBC eine andere Fixing-Bank übernommen und einige Zeit gebraucht, den frei gewordenen Sitz zu veräußern. Aufgrund der damaligen Erfahrungen erwarten Experten auch diesmal keine Beeinträchtigungen des Preisfindungsprozesses infolge der verringerten Zahl von Fixing-Banken. Schwieriger dürfte es dagegen beim Silber-Fixing werden, an dem ohne die Deutsche Bank nur noch zwei Institute beteiligt sind.

Praktisch erfolgt das Gold-Fixing in London im Rahmen eines zweimal täglich ablaufenden auktionsähnlichen Prozesses, bei dem die Preise im Rahmen einer Telefonkonferenz ermittelt werden. Der auf diese Weise festgestellte Londoner Goldpreis wird weltweit von Zentralbanken, Juwelieren und Minengesellschaften als Referenz für den Spot-Handel in Gold genutzt. Darüber hinaus beeinflusst er auch andere Goldpreise wie zum Beispiel die an der Terminbörse COMEX zustande kommenden Futures-Preise. Seit einiger Zeit sehen sich die am Gold- und Silberfixing beteiligten Banken mit dem Vorwurf konfrontiert, sie hätten die Gold- und Silberpreise in London manipuliert. Sowohl die britische Financial Conduct Authority (FCA) als auch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben aufgrund dieser Vorwürfe bereits vor einigen Monaten Untersuchungen eingeleitet, die gegenwärtig noch andauern.