Aktueller Goldkurs

13.12.17, 13:57 Uhr (GMT)

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Der Goldpreis und die US-Zinspolitik – eine schier unendliche Geschichte

Die FED macht es spannend: Der geplante Termin für die Kehrtwende in der FED-Zinspolitik wäre nächste Woche – so es denn dazu kommt. Bislang aber glänzt Janet Yellen mit einem entschiedenen “Vielleicht” – die Märkte hängen gebannt an ihren Lippen. Für Gold bedeutete dies eine Seitwärtsbewegung, allerdings nur bis zum letzten Mittwoch.

Rücksetzer: Gold touchiert 1.100 US-Dollar-Marke

Knapp vier Stunden reichten aus, um den Goldpreis von 1.120 US-Dollar auf 1.102 US-Dollar je Feinunze einbrechen zu lassen – als normale Marktbewegung ist das wohl kaum zu bezeichnen. Ein Blick auf die Warenterminbörse COMEX zeigte dann auch, dass Anfang September die Short-Positionen der Großbanken ordentlich gestiegen waren. Die “Swap-Dealer” unter den Großbanken reduzierten also ihre Long-Positionen – und das überproportional. Die Signale, die von dieser Neupositionierung ausgehen, sind eindeutig: Alles setzt auf Verkauf.

Die neuen Unterstützungslinien sind nun bei 1.105 bis 1.106 US-Dollar pro Feinunze zu verorten, sollte die US-Wirtschaft mit starken Zahlen glänzen. Im Gegenzug dürfte der Goldpreis bei 1.112 bis 1.115 US-Dollar je Feinunze auf Widerstand stoßen, können die Wirtschaftsdaten nicht überzeugen. Die Märkte blicken nun gespannt auf den 17. September – den Tag der Entscheidung der US-Notenbank.

Globales Umfeld und Gold-Aussichten

Auf der anderen Seite stockte die chinesische Notenbank im August ihre Bestände um rund 16 Tonnen auf – und trennte sich im Gegenzug von Währungs- also Papier-Reserven. Auch andere Länder kaufen sukzessive zu, die Unsicherheiten an den Aktienmärkten, die derzeit nur mit erheblichen Anstrengungen der Notenbanken stabilisiert werden, lassen das Sicherheitsbedürfnis wachsen. Ein Indiz dafür liefert jüngst die EZB, die über eine Ausweitung des QE-Programms nachdenkt, bislang ist allerdings kein positiver Effekt zu bemerken. Der Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen hat lediglich dazu geführt, dass Unternehmen Reserven anlegen – von Investitionen ist weit und breit nichts zu sehen.

Die Vorzeichen stehen also gut für ein Investment in Gold – allerdings passt die Kursentwicklung nicht zu den aktuellen Gegebenheiten. Und hier kommt wieder der Parallel-Markt ins Spielt: Futures und andere Anlageprodukte wirken sich durchaus auf die Preisentwicklung bei den realen Rohstoffen aus. Steigt der Goldpreis zu stark, können Short-Positionen diesen Impuls drücken. Das sollte aber nicht davon abhalten, in physisches Gold anzulegen – im Gegenteil. So eröffnen sich schließlich immer wieder günstige Gelegenheiten. Gold-Investoren sehen im Edelmetall weniger ein Rendite-Objekt, auch wenn im kurzfristigen Bereich immer wieder interessante Geschäfte möglich sind: Es geht um Sicherheit und die bietet die älteste Währung der Welt allemal – ganz unabhängig von der Zinsentscheidung einer US-Notenbank.