Aktueller Goldkurs

25.05.17, 22:11 Uhr (GMT)

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Der Goldpreis und die Notenbanken – Krisenvorsorge empfohlen

Die Notenbanken pumpen weiter billiges Geld in die Märkte, die FED wird allenfalls eine Mini-Anhebung der Zinsen vornehmen. Experten warnen zunehmend vor so produzierten Blasen, der Platzen nur eine Frage der Zeit ist – Gold gehört eindeutig zu den Vorsorge-Instrumenten.

Gold-Unterstützung weiter stabil – zunächst Seitwärtsbewegung erwartet

Die 1.200 US-Dollar für die Feinunze sind nach wie vor der Gradmesser: Diese wichtige Unterstützungslinie wurde in den letzten Tagen zwar getestet, konnte sich aber behaupten. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass in der kommenden Woche ein weiterer Test ansteht, zumal für den Goldpreis zunächst eine Seitwärtsbewegung wahrscheinlich ist. Kritisch wird es erst, wenn das Edelmetall unter 1.195 US-Dollar und weiter auf 1.190 US-Dollar für die Feinunze rutscht. Auf der anderen Seite ist durchaus noch ein Erholungstrend zu erkennen, so dürfte ab 1.225 US-Dollar je Feinunze mit einem weiteren Anstieg gerechnet werden. Die nächsten Widerstände sind bei 1.236 US-Dollar, 1.253 und 1.263 US-Dollar je Feinunze zu erwarten.

FED und EZB bestimmen das Geschehen

Während sich die FED noch ziert, aber alle Beteiligten an den Lippen der Entscheidungsträger hängen, ist Mario Draghi bei Weitem nicht so zaghaft: Die Leitzinsen in der EU bleiben bei null Prozent. Dann legte er noch einen drauf und lenkt die Geldflut etwas um, ab dem 8. Juni werden nun auch Unternehmensanleihen von der Europäischen Zentralbank aufgekauft. Entsprechend schwach präsentierte sich die Gemeinschaftswährung im Verhältnis zum US-Dollar – zumindest bis zum US-Arbeitsmarktbericht.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass sowohl Gold-ETFs als auch physisches Gold stark nachgefragt werden: Bloomberg meldet ein neues Zwischenhoch bei 1.847 Tonnen, die nun in den ETFs gezeichnet sind, die US-Goldmünzen machen mit einem Mai-Umsatz von 76.500 Unzen ebenfalls auf sich aufmerksam. Damit wurden seit Jahresbeginn 427.500 Unzen verkauft – im Vorjahreszeitraum war es rund die Hälfte.

Hier zeichnet sich ein Trend ab, der auch von Jim Grant, dessen Börsenbrief “Grant’s Interest Rate Observer” sich regelmäßig kritisch zur FED-Politik positioniert, getragen wird: Er empfiehlt neben physischem Gold auch Bargeldreserven für Krisenfälle. Diese würden sich abzeichnen, wenn Notenbanken ihre Goldreserven veräußern – wie in den 90er Jahren in Großbritannien oder aktuell in Venezuela. Die aktuellen Entwicklungen an den Märkten, wie zum Beispiel die geldflutbedingte Überbewertung der großen Indizes, führt er als Nachweis für die Notenbank-Manipulationen bei den Vermögenswerten an und rät zur Vorsicht. Gold und einen gewissen Bestand an Bargeld, das ohnehin kaum Zinsen bringt – damit lässt sich auch in Krisenzeiten gut arbeiten.