Aktueller Goldkurs

13.12.17, 13:41 Uhr (GMT)

1.055 Euro | 1.241 USD

Der Goldpreis und die Kongresswahlen in den USA

Sobald sich der Sieg der Republikaner bei den Kongresswahlen in den USA abzeichnete, erhielten sowohl der US-Dollar als auch die großen Aktien-Indizes einen erheblichen Auftrieb – diese Korrelation hat schon Tradition. Im Gegenzug musste Gold eine herbe Abwärtsbewegung durchlaufen, zeitweise durchbrach der Goldpreis sogar die 1.140-er Marke.

Starker US-Dollar – schwacher Goldpreis

Offensichtlich trauen die Investoren den Republikanern in Wirtschaftsfragen deutlich mehr zu, mit der gewonnenen Wahl bei den Midterms am 4. November nahm der Optimismus deutlich Fahrt auf. Die aktuellen Wirtschaftsdaten können dies zwar nicht rechtfertigen, trotzdem hat der Dow Jones neue Höchstmarken gesetzt. Auf der anderen Seite erhielt der Euro im Verhältnis zum US-Dollar einen ebenso starken Dämpfer wie Gold, das zwischenzeitlich weniger als 1.140 US-Dollar je Feinunze kostete. Die Indikatoren zeigen derzeit an, dass das Edelmetall stark überverkauft ist, was auf eine wahrscheinliche Trendwende hindeutet. Aktuell notiert es bei 1.146 US-Dollar je Feinunze

Allerdings ist die derzeitige Entwicklung der Rohstoffpreise in vielen Fragen nicht mehr nachzuvollziehen: Neben Gold kämpfen auch Rohöl, Platin oder Silber um eine Konsolidierung, die Kurse sind extrem gefallen. Die Nachfrage ist wegen des deutlich niedrigeren Wachstums zwar zwangsläufig zurückgegangen, jedoch lässt sich das Ausmaß so nicht erklären. Es bleibt also festzuhalten, dass sowohl die Geldpolitik der Notenbanken als auch die politischen Richtungsentscheidungen in den bedeutenden Volkswirtschaften deutlich größere Einflüsse auf die Kursentwicklung der Börsen haben als die tatsächlichen Wirtschaftsdaten.

Zweifel an Geldpolitik – Normalisierung erwartet

Sobald die große Euphorie wieder nachlässt und die Ankündigungen der EZB verarbeitet sind, dürfte an den Märkten wieder eine Normalisierung einsetzen. Die Inflation ist nach wie vor niedrig, die Arbeitslosenquote hoch und das prognostizierte Wirtschaftswachstum wurde für das laufende Jahr auf 0,8 Prozent nach unten korrigiert. Die Zinsen bleiben allerdings weiterhin extrem niedrig, erste Banken erheben auf größere Einlagen ihrer institutionellen Kunden bereits einen Strafzins. Alternativen sind gefragter denn je, sodass die Aktienmärkte in der nächsten Zeit noch von der Geldflut profitieren werden.

Es mehren sich aber die Zweifel an der EZB-Politik, denn bislang konnten keine gravierenden Effekte verbucht werden. Die geplanten außergewöhnlichen Maßnahmen, wie beispielsweise der Aufkauf von Wertpapieren, Unternehmens- oder Staatsanleihen, stoßen auf massive Kritik. Die Auswirkungen auf die ohnehin schon verzerrten Märkte sind noch gar nicht absehbar. Die Nachfrage nach Gold ist im Moment zwar niedriger als erwartet, allerdings stimmt der Relative-Stärke-Index zunehmend optimistisch. In der Vergangenheit hatte sich das Edelmetall nicht nur einmal nach einem solchen Kursrutsch zu enormen Höhen aufgeschwungen – zuletzt im Februar 2010.