Aktueller Goldkurs

28.02.17, 04:52 Uhr (GMT)

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Der Goldpreis und der Trump-Trade – hohe Volatilität wahrscheinlich

Geriet der Goldpreis zuletzt angesichts der starken US-Wirtschaft unter Druck und sackte kräftig durch, beeindruckte das Edelmetall mit einem starken Comeback. Ob die bereits eingepreisten Ankündigungen von Trump Bestand haben, bleibt aber abzuwarten.

Goldpreis schwankt in Abhängigkeit von US-Wirtschaftsdaten

Der Philly FED Index stieg auf den höchsten Wert seit 33 Jahren und rundete damit einige positive Meldungen aus der US-Wirtschaft ab – doch der US-Dollar blieb schwach. Selbst für Experten ist das ein Rätsel, hatten sie doch bereits für das Phänomen, dass bei einer starken US-Währung auch starke US-Indizes zu erwarten sind, einen eigenen Begriff geprägt, nämlich den “Trump-Trade”. Nun muss der neue US-Präsident wohl liefern, wenn er am 28. Februar vor dem Kongress seine phänomenalen Steuerpläne präsentiert. Die Wallstreet hat diese nämlich bereits eingepreist, ohne dass Details bekannt wären.

Zuvor hatte sich bereits Janet Yellen als FED-Vorsitzende vor einem Bankenausschuss des Senats verantworten müssen. Sie signalisierte eine Zinsanhebung zu einem früheren Zeitpunkt, als zunächst geplant war – allerdings stieg die Wahrscheinlichkeit gemäß FED Fund Futures nur unwesentlich auf 34 Prozent. Die Marktteilnehmer konnten demnach nicht wirklich überzeugt werden, eine Zinsanhebung wird wohl erst im Mai erwartet.

Die Charts: Wichtige Marken beachten

Gold rutschte nach der FED-Ankündigung zunächst von knapp über 1.230 US-Dollar auf 1.220 US-Dollar für die Feinunze durch, um sich relativ schnell wieder zu erholen. Mit den positiven US-Wirtschaftsdaten gab es den nächsten Druck auf den Goldpreis, sodass die Unterstützung bei 1.218 US-Dollar je Feinunze getestet wurde – diese hielt jedoch stand. Das Edelmetall holte kräftig Schwung und arbeitete sich kontinuierlich auf mehr als 1.242 US-Dollar je Feinunze hoch, um sich nun wegen einer fehlenden Entscheidung mit leichten Schwankungen seitwärts zu bewegen. Bleibt der Goldpreis stabil über 1.218 US-Dollar je Feinunze, ist von einem weiteren Aufwärtstrend auszugehen. Schwieriger wird es, wenn die Marke von 1.216 US-Dollar für die Feinunze nach unten durchbrochen wird, dann könnte es auch bis auf 1.206 und in der Folge 1.200 US-Dollar je Feinunze weiter bergab gehen.

Die Aussichten: US-Wirtschaft beobachten und Krisen im Blick behalten

Derzeit sind keine richtungsentscheidenden Impulse auszumachen: Die optimistisch aufgehellten US-Wirtschaftsdaten sind äußerst fragil, denn einerseits sind erwartete Effekte bereits eingepreist, andererseits sprechen die Rohöllagerbestände eine andere Sprache – entsprechend misstrauisch bleibt ein Großteil der Marktteilnehmer. Auf der anderen Seite spitzen sich in der EU einige Konflikte zu. Die Situation in Griechenland ist ebenso wenig geklärt wie der Umgang mit dem Brexit – Goldanleger sind auf jeden Fall auf der sicheren Seite.