Aktueller Goldkurs

20.09.17, 18:40 Uhr (GMT)

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Der Goldpreis tut sich schwer – Aufwärtstrend aber noch intakt

Etwas schwerfällig kämpfte sich das Edelmetall in den letzten Tagen zurück und konnte sogar die 1.275 US-Dollar für die Feinunze kurz streifen, um danach wieder auf 1.270 US-Dollar je Feinunze zurückzufallen. Die physische Nachfrage kämpft aktuell mit den Verkäufen bei den ETFs – wer wird gewinnen?

Goldpreis – Konflikt zwischen physischer Nachfrage und ETF-Verkäufen

Allein gestern flossen aus dem größten Gold-ETF der Welt, nämlich dem SPDR Gold Trust, rund 14 Tonnen Gold ab, insgesamt betrugen die Verluste der letzten Tage für alle von Bloomberg erfassten ETFs für das Edelmetall rund 25 Tonnen – und damit fast alles, was seit Monatsbeginn zugeflossen war. Trotzdem hielt sich der Goldpreis wacker und behauptete die 1.270 US-Dollar für die Feinunze. Grund dafür ist die robuste Nachfrage nach physischem Gold, hier spielt vor allem Indien die Hauptrolle. Dort stehen nämlich mit Dhanteras und Diwali zwei wichtige religiöse Festtage an, die traditionell mit Goldgeschenken einhergehen.

Wie es nach den Feiertagen weitergeht, wird sich erst zeigen. Für eine kräftige Aufwärtsbewegung im Goldpreis müsste die Investmentnachfrage steigen, denn auch die Schmuckindustrie reagiert sensibel auf höhere Preise. Einen weiteren Anhaltspunkt werden die September-Zahlen zum Export von Hongkong nach China geben, die im August noch ein Sieben-Monatstief markiert hatten.

Die wichtigen Eckdaten aus den Gold-Charts

Es ist ein zäher Kampf, den das Edelmetall hier hinlegt. Trotzdem wird eine Bewegung bis in den Bereich von 1.300 US-Dollar je Feinunze erwartet. Zeigt sich dort kein nennenswerter Widerstand, kann es auch darüber hinausgehen. Kritisch wird es für Gold erst, wenn die Unterstützung bei 1.241 US-Dollar je Feinunze unterschritten wird. Allerdings können Anleger damit rechnen, dass die Linie von 1.200 US-Dollar je Feinunze so stabil ist, dass ein Abprallen und eine folgende kräftige Gegenbewegung folgen dürften. Der langfristige Aufwärtstrend ist nämlich nach wie vor intakt.

Gelegenheiten nutzen und Goldbestand ausbauen

Jeder Rücksetzer beim Goldpreis ist demnach eine gute Kaufgelegenheit, um Schritt für Schritt das eigene Portfolio auszubauen. Gründe dafür gibt es einige: Einerseits wären da die Diskussionen um die Gemeinschaftswährung, die die Fragilität des Konstruktes deutlich machen. Ohne einige strukturelle Veränderungen werden sich die Ungleichgewichte verstärken – eine Einigung zu diesem Thema ist aber nicht in Sicht. Andererseits verfehlen die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken ihre Wirkung, die Märkte sind aufgebläht und werden auf eine Zinsanhebung durch die FED ebenso sensibel reagieren wie auf ein Tapering durch die EZB. Die mahnenden Stimmen mehren sich derzeit wieder – eine kluge Anlage in Gold kann für Sicherheit sorgen.