Aktueller Goldkurs

18.06.18, 17:24 Uhr (GMT)

1.101 Euro | 1.279 USD

Der Goldpreis im Sturzflug – bei extrem niedrigen Beständen

Das reinste Wechselbad der Gefühle – so lässt sich die Handelswoche für Gold zusammenfassen: Bewegte sich das Edelmetall zunächst um die Marke von 1.165 US-Dollar je Feinunze vorsichtig seitwärts, war das nur der Anlauf für einen Sturm auf die 1.180 US-Dollar je Feinunze. Allerdings währte die Freude nicht lang, der Einbruch auf zunächst 1.165 und in der Folge sogar 1.147 US folgte – und das, obwohl die FED weiterhin zögerlich bzw. gar nicht agiert.

Die wichtigen Daten zum Goldpreis

Das Edelmetall hat den Widerstand bei 1.179 US-Dollar für die Feinunze getestet, ist gescheitert und kräftig unter Druck geraten, aktuell besteht ein weiteres Risiko nach unten – bis auf 1.135 US-Dollar für die Feinunze könnte es nach Analyse der Charts noch gehen. Helfen könnte nur eine energische Gegenbewegung auf mindestens 1.163 US-Dollar je Feinunze, die weiteres Potenzial eröffnen würde. Die nächsten Marken wären dann bei 1.170 US-Dollar.

Die Nachfrageseite

Insbesondere die chinesische Nachfrage macht etwas Hoffnung: Die Nettokäufe markierten laut Hong Kong Census and Statistics Department mit 96,6 Tonnen einen erneuten Anstieg, für das chinesische Festland wurden sogar 110,3 Tonnen pro Monat verzeichnet. Zum Vergleich: Im August waren es noch 67,9 Tonnen – der Hunger ist also nach wie vor ungestillt. Die Chinese Gold & Silver Exchange Society sieht im Gegenteil weiteres Potenzial, der niedrige Goldpreis, aber vor allem die Turbulenzen an den Aktienmärkten und die Abwertung des Yuan sind die schlagkräftigen Argumente für die steigende Nachfrage.

Die Angebotsseite

Eine Analyse der vorhandenen Gold-Angebot bringt weitere interessante Erkenntnisse: Die Lagerbestände der Terminbörse Comex sind auf 182.466 Feinunzen Gold (21.10.2015) geschrumpft. Das ist zunächst nicht ungewöhnlich, allerdings stehen diesem physischen Bestand Termin-Kontrakte mit einem Volumen von rund 46,8 Millionen Feinunzen gegenüber: Auf jede Unze kämen demnach 256 Besitzer – diese Gleichung kann beim besten Willen nicht aufgehen. Es wäre also theoretisch möglich, die gesamte Terminbörse auszuhebeln, wenn nämlich nur ein Bruchteil der Terminkontrakte vom Recht auf physische Auslieferung des Goldes Gebrauch machen würde. Zugegeben, das ist derzeit unwahrscheinlich, macht aber die prekäre Situation, die durch derartige Finanzprodukte erzeugt wird, deutlich – und Kaufpanik kann schnell ausgelöst werden.

Die Prognose

Auch wenn das Edelmetall aktuell unter Druck ist, die Diskussionen um eine US-Zinserhöhung noch im Dezember reichte offenbar schon aus, die niedrigen Bestände angesichts der steigenden Nachfrage stellt die realistische Situation vollkommen anders dar. Anleger sollten den Goldpreis gut beobachten, das Potenzial nach oben ist durchaus vorhanden.