Aktueller Goldkurs

25.04.18, 12:44 Uhr (GMT)

1.084 Euro | 1.324 USD

Der Goldpreis im Sog der Ereignisse

Pünktlich zum Beginn des chinesischen Neujahrsfestes gab der Goldpreis nach, die Nachfrage aus Asien war drastisch zurückgegangen. Aktuell notiert das Edelmetall knapp unter 1.210 US-Dollar je Feinunze. Investoren befinden sich offensichtlich in der Warteschleife – die Entscheidung zu Griechenland steht an.

Trotz Korrektur – Stabilisierung beim Goldpreis

Im Vergleich zu den Jahren 2013 und 2014 konnte sich das Edelmetall grundlegend stabilisieren und den Abwärtstrend beenden. Bei all den Schwankungen, denen Gold in der letzten Zeit ausgesetzt war, darf doch nicht außer Acht gelassen werden, dass ein Investment auf lange Sicht vor allem eine Sicherungsfunktion erfüllt. Natürlich laden die Turbulenzen in Politik und Wirtschaft, die sich direkt auf den Goldpreis auswirken, zu Spekulationen ein. Nicht zuletzt die Notenbanken verzerren allerdings das Bild, denn die Verschiebung der Zinsanhebung in den USA hätten zum einen den US-Dollar schwächen und zum anderen das Edelmetall beflügeln müssen – dieser Effekt bleibt noch abzuwarten.

Die FED hatte zuletzt deutlich größere Skepsis bezüglich der Konjunkturdaten vermittelt, denn der niedrige Ölpreis drückt nicht nur die Inflation nach unten, er bringt eine ganze Branche in große Schwierigkeiten: Die Fracking-Industrie steht vor enormen Herausforderungen, da sie größtenteils mit Krediten und Subventionen finanziert ist. Die letzten Konjunkturdaten aus den USA waren demnach auch nicht dazu angetan, eine optimistische Stimmung zu verbreiten.

Euro-Zone und Griechenland

Auf der anderen Seite ist das Thema Griechenland noch immer nicht auf dem Weg, die Einigung auf die Verlängerung der Unterstützungsmaßnahmen steht noch aus. Die neue griechische Regierung sah sich mit geänderten Schriftstücken konfrontiert, hat die Unterschrift verweigert – und muss nun um einen neuen Kompromiss ringen. Ein Grexit ist damit noch nicht vom Tisch, entsprechend vorsichtig agieren im Moment die Investoren. Auch wenn die offiziellen Stimmen immer wieder betonen, dass ein Austritt Griechenlands aus dem Euro durchaus zu verkraften wäre, darf doch nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Schulden damit abzuschreiben wären. Andererseits könnte ein allzu offensichtliches Einlenken der EU andere Staaten dazu animieren, sich ihrerseits den Sparauflagen zu widersetzen. Die Verhandlungen dürften also spannend werden, zumal die junge Regierung auf eine starke Unterstützung aus der Bevölkerung bauen kann.

Die Nachfrage nach Gold wird in den nächsten Tagen natürlich von der Entwicklung in Griechenland abhängen: Scheitern die Bemühungen, dürfte das Edelmetall profitieren. Auch die Chart-Analyse zeigt eine Umkehrformation, die auf einen grundlegenden Aufwärtstrend schließen lässt. In den nächsten Tagen wird allerdings die feiertagsbedingte Ruhe an den asiatischen Märkten für fehlende Nachfrage sorgen – lukrative Einstiegschancen dürften sich in jedem Fall eröffnen.