Aktueller Goldkurs

27.03.17, 16:35 Uhr (GMT)

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Brexit treibt den Goldpreis nach oben – Turbulenzen an den Märkten

Sie haben überwiegend mit “Leave” gestimmte – Großbritannien wird aus der EU ausscheiden. Eine dramatische Wahlnacht zeigte, dass einerseits die Wahlbeteiligung mit 72 Prozent sehr hoch war und andererseits die EU-kritischen Stimmen überwiegen. Der Goldpreis spiegelt die Entwicklung authentisch wider: Er sprang auf weit über 1.300 US-Dollar je Feinunze – ein Ende ist nicht abzusehen.

Brexit: Dramatische Turbulenzen an den Börsen erwartet

Waren in den letzten Tagen vor dem Referendum in Großbritannien die Erwartungen eindeutig in Richtung “Remain” ausgeschlagen, sieht die Realität doch anders aus: Die Brexit-Befürworter setzen sich mit knapp 52 Prozent durch. Das Britische Pfund reagierte ebenso prompt wie der Goldpreis: Rutschte die britische Währung zumindest gegenüber dem US-Dollar so stark wie seit 30 Jahren nicht mehr ab, kann es sich im Verhältnis zum Euro einigermaßen halten – die Gemeinschaftswährung hat selbst mit einem herben Verlust zu kämpfen. Der Goldpreis wiederum stieg von 1.257 US-Dollar je Feinunze, auf den er am Tage des Referendums noch abgesackt war, auf mehr als 1.330 US-Dollar für die Feinunze.

Das wird nur der Auftakt für einen turbulenten Börsentag sein, der DAX hat um mehr als 700 Punkte nachgegeben, nachdem auch in Japan bereits ein Verlust von rund acht Prozent zum Aussetzen des Handels geführt hatte. Auch für die Rohstoffe gibt es deutliche Rücksetzer, zu groß ist der Schock, dass es nun wirklich zum Brexit kommt.

Die Aussichten nach diesem “Schwarzen Freitag”

Nach den gegenteiligen Prognosen der letzten Tage hatten sich die Märkte auf einen Verbleib eingerichtet, die Reaktionen nach diesem Wahlergebnis sind umso heftiger. Die Schockwelle, die heute die globalen Börsen durcheinander wirbeln wird, dürfte noch einige Nachbeben nach sich ziehen. Nun heißt es, sich wieder neu zu sortieren, die für zwei Jahre vorgesehenen Austrittsverhandlungen anzugehen – und einen kühlen Kopf zu bewahren.

Unter dem Strich ist Großbritannien weder Mitglied der Währungsunion, noch des Schengen-Raums – hier sind also zunächst keine Veränderungen zu erwarten. Allerdings kommen nun schon Stimmen aus Schottland, das sich eindeutig für einen Verbleib in der EU ausgesprochen hat: Hier braut sich ein weiteres Referendum zusammen. Aber auch Nordirland könnte das Votum seiner Bevölkerung pro Verbleib als Handlungsaufforderung verstehen. Ebenso fatal ist das Signal, das an die andere EU-Mitglieder ausgestrahlt wird: Gibt es nun weitere Auflösungserscheinungen oder versteht die EU diese Entwicklung als die Kritik, die es unter dem Strich war?

Für Gold stehen die Zeichen auf Zuwachs, auch wenn Gewinnmitnahmen regelmäßig zu Rücksetzern führen werden. Die Suche nach einem sicheren Hafen dürfte sich aber nachhaltig positiv auswirken.