Aktueller Goldkurs

24.01.17, 14:10 Uhr (GMT)

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Banges Warten auch im Gold – Wahlwochenende in Europa

In den letzten beiden Tagen wurde es eng für das Edelmetall, steigende Kurse im Ölpreis, bei US-Staatsanleihen und im US-Dollar sorgten für einen massiven Druck. Dabei könnten am Wochenende die nächsten Löcher ins EU-Geflecht gerissen werden. Kann Gold davon profitieren?

Durcheinander an den Märkten – Gold kann (noch) nicht profitieren

Allein die Wahlentscheidung in den USA und die von Donald Trump angekündigten Investitionsprogramme ließen dort die Zinsen nach oben gehen, was den attraktiveren US-Staatsanleihen aber nicht zur größeren Nachfrage verhilft, im Gegenteil. Die Sorge vor Inflation lässt das Kapital in Aktien strömen – aber nicht in alle- Der Dow Jones gewinnt, der Nasdaq hingegen verliert in Größenordnungen. Der Hintergrund: Höhere Zinsen unterstützen die Banken, der nach der OPEC-Einigung steigende Ölpreis die Öl-Werte – beide sind im Dow Jones vertreten. Der starke US-Dollar wiederum lässt zusammen mit dem teureren Öl die Emerging Markets trudeln, allen voran leidet die Türkische Lira – hier braut sich einiges zusammen.

Gold spielt angesichts dieser widersprüchlichen Situation bislang offenbar kaum eine Rolle für die Investoren, es fiel innerhalb der letzten beiden Tage bis auf gut 1.160 US-Dollar für die Feinunze und kämpft seither wieder um Stärke. Aktuell notiert das Edelmetall bei rund 1.175 US-Dollar je Feinunze, die Prognosen sind derzeit ausgesprochen widersprüchlich. Allein im November flossen rund 108 Tonnen aus den ETF-Beständen ab, was nicht nur den höchsten monatlichen Abfluss seit Mitte 2013 bedeutete, sondern den Druck auf den Goldpreis noch zusätzlich verstärkte.

Wahlwochenende in Österreich und Italien – wie geht es weiter in der EU?

Gold arbeitet aktuell an einer Erholung, die diese Bezeichnung auch verdient. Befördert werden könnte dieser Trend, wenn an diesem Wochenende die Sorge um die EU und natürlich auch die Gemeinschaftswährung vergrößert wird: In Österreich wird erneut der Bundespräsident gewählt, FPÖ-Kandidat Höfer könnte hier für eine Stärkung der EU-Kritiker sorgen. Gleichzeitig stellt Italiens Ministerpräsident Renzi die Reform des Senats zur Wahl, um den Entscheidungsprozess zu optimieren – und so auch Raum für wirtschaftliche Reformen zu eröffnen. Da er aber seine politische Zukunft mit dem Wahlergebnis verknüpft, kann es auch hier zu Neuwahlen kommen. Darauf wartet die EU-kritische Fünf-Sterne-Bewegung unter Beppe Grillo, der laut aktuellen Umfragen dann die Nase vorn hätte.

Diese beiden Wahlen sind erst der Auftakt, könnten aber bereits die Axt an die Wurzeln der EU legen. Für Gold könnte dieses Wochenende sehr wichtig werden: Gewinnen die EU-Kritiker, sind sichere Alternativen für die Gemeinschaftswährung gefragt wie schon lange nicht mehr – für Anleger eröffnet sich jetzt eine große Chance.