Aktueller Goldkurs

17.01.18, 09:54 Uhr (GMT)

1.128 Euro | 1.336 USD

“Aurum furiosum”: Geht der Goldpreisaufschwung weiter?

Von 1.154 auf 1.190 US-Dollar je Feinunze in zwei Tagen – und das trotz aller durch Gewinnmitnahmen verursachten Rücksetzer, das ist eine aufregende Woche für das Edelmetall gewesen. Das Kursziel liegt weiterhin bei 1.220 US-Dollar für die Feinunze, die Chart-Prognose wird auch durch die Fundamentaldaten untermauert.

Goldpreis im Aufschwung

Als äußerst stark erwies sich der Aufwärtstrend im Goldpreis in den letzten Tagen, selbst die Rücksetzer, die durch die Mitnahmen der Investoren hingenommen werden mussten, konnten nichts Entscheidendes ändern. Der Widerstand bewegt sich jetzt um die 1.187 US-Dollar je Feinunze, die Unterstützung zwischen 1.181 und 1.177 US-Dollar für die Feinunze. Kritisch wird es erst, wenn der Goldpreis wieder unter 1.175 US-Dollar je Feinunze fällt, dann kann er weiter bis auf 1.170 oder 1.166 US-Dollar für die Feinunze einbrechen. Die Vorzeichen stehen aber auf Anstieg – bis zu 1.220 US-Dollar sind für die Feinunze erreichbar.

Wirtschaft und US-Dollar – die Förderer des Goldpreisaufschwungs

Ein wichtiger Treiber für den Goldpreis dürfte die FED gewesen sein: Von einer Zinsanhebung noch in diesem Jahr ist aktuell keine Rede mehr, im Gegenteil. Der IWF sprach nun ebenfalls eine Warnung aus, selbst eine kleine Erhöhung der Leitzinsen könnte zu weiteren Kapitalabflüssen aus den Schwellenländern führen – und damit zu einer globalen Rezession. Derartige Anzeichen sehen anderen Ökonomen ohnehin – vermeintliche Politiker auch: Donald Trump prophezeit das Platzen der Aktienblase und damit eine heftige Rezession für die USA. Die aktuellen Daten scheinen ihm Recht zu geben, die Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung legten ebenso zu wie die Verbraucherpreise, was größtenteils auf steigende Mieten zurückzuführen ist.

Gleichzeitig behauptet sich der Euro gegenüber dem US-Dollar, obwohl die Diskussionen um weitere EZB-Maßnahmen als Impuls für eine Inflation die Gemeinschaftswährung unter Druck setzten – Ausgang ungewiss. Die Sucht nach einer schwachen Währung verzerrt die Bilder ohnehin, inwieweit die Zentralbanken ihr Pulver zur Abwertung schon verschossen haben, bleibt abzuwarten. Die Auswirkungen auf die jeweiligen Volkswirtschaften halten sich allerdings in Grenzen, von einer anziehenden Konjunktur kann keine Rede sein. Dass nun die Flüchtlinge die europäische Karre aus dem Dreck ziehen können, wie einige Volkswirte unermüdlich konstruieren, darf ebenfalls bezweifelt werden: Zunächst wird diese Entwicklung, so notwendig die Hilfe aus humanitärer Sicht auch war, unsere Gesellschaft an ihre Grenzen bringen und mit Sicherheit verändern. Die vielfältigen Ängste der Menschen werden bislang nicht spürbar ernst genommen – und hier liegt wohl auch der stärkste Vorwurf, mit dem die Politik sich konfrontiert sieht und auf den sie endlich reagieren muss.