Aktueller Goldkurs

20.07.18, 22:58 Uhr (GMT)

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Auf und Ab bei Gold – US-Dollar bremst

Die 1.300-er Marke erweist sich als hartnäckig, der erstarkte US-Dollar bremst den Goldpreis aus. Die EZB wird stärker eingreifen – Ausgang ungewiss.

Höhenflug des Euro zunächst gebremst

In den letzten Tagen kratzte der Euro im Verhältnis zum US-Dollar an der 1,40-er Marke, was allerdings Investoren zum Verkauf animierte. Auslöser war die Pressekonferenz der EZB, die weitere Maßnahmen Anfang Juni mehr als wahrscheinlich machte. Die Absenkung des Leizinses auf 0 Prozent ist ebenso ein Thema wie Negativzinsen für europäische Banken, die ihr Kapital bei der Notenbank parken. Die starke Gemeinschaftswährung muss aus Wirtschaftssicht geschwächt werden, die Belastung für die Exporte und die südlichen Volkswirtschaften ist sonst zu groß. Andererseits macht die immer noch niedrige Inflationsrate Sorgen, denn die Staatsschuldenkrise lässt sich so nicht in den Griff bekommen. Im April wurde für den Euro-Raum eine Preissteigerung von 0,7 Prozent als Jahresrate festgestellt, knapp 2,0 Prozent sind laut EZB aber notwendig.

Gold im Kreuzfeuer der geldpolitischen Maßnahmen

Auf der anderen Seite haben die Wachstumszahlen für den Euro-Raum enttäuscht, denn das BIP konnte nur um 0,9 Prozent p. a. zulegen. Die US-Daten hingegen präsentierten sich robuster, als dies zunächst erwartet worden war. Die Anzahl der Neuanträge für die Arbeitslosenunterstützung fiel moderat aus, die offiziellen Angaben zur Inflationsrate auch. Der US-Dollar legte entsprechend zu und setzte den Goldpreis unter Druck. Nicht einmal die anhaltende Ukraine-Krise, die auf eine neue Eskalation zusteuert, konnte Investoren erschüttern.

Die nach wie vor boomenden Aktienmärkte stehen hingegen an einer Kreuzung: Die europäischen Aktien könnten wegen der angekündigten EZB-Maßnahmen enorm Aufwind erhalten, schon jetzt ist ein steter Kapitalzufluss in den europäischen Aktienmarkt festzustellen. Dabei spielt die Überbewertung der US-Aktien sicher eine große Rolle, denn die Blasenbildung bereitet zunehmend Sorge. Andererseits fiel das Wachstum im Euro-Raum bislang enttäuschend aus – trotz aller Unterstützung durch die EZB. Es hängt nun von den konkreten Maßnahmen ab, die die Währungshüter Anfang Juni verkünden wollen, welche Signale an die Märkte gegeben werden.

Fakt ist, dass die Inflation zu niedrig ist, um in Gold unter Vermögenssicherungsaspekten zu investieren. Fakt ist aber auch, dass die Nachfrage aus Asien ungebremst ist, insbesondere die Notenbanken stocken ihre Bestände weiter auf. Es hängt also von den Entwicklungen in den nächsten Wochen ab, wie stark der Goldpreis steigen wird. Dass er einen stetigen Aufwärtstrend verfolgen wird, daran gibt es kaum Zweifel. Die wichtige 1.300-er Marke für die Feinunze in US-Dollar dürfte über kurz oder lang fallen. Es bleibt nur die Fragen: Wann?