Aktueller Goldkurs

21.07.17, 22:59 Uhr (GMT)

1.078 Euro | 1.255 USD

Aktien-Hausse in den USA auf der Kippe – folgt jetzt der Run auf Gold?

Der Goldpreis macht es spannend: Nach einem schönen Anstieg auf mehr als 1.295 US-Dollar je Feinunze folgte die Korrektur, über deren Ausgang die nächsten Tage entscheiden werden. Wenn es nach Stanley Druckenmiller geht, dürfte die Nachfrage erheblich nach oben gehen – und damit auch der Preis.

Drastische Worte des Start-Investors Druckenmiller

Er kann auf lange Jahre mit überdurchschnittliche Renditen in den von ihm verantworteten Investments verweisen, lag mit den Prognosen in Bezug auf US-Immobilienblase und die Aktien-Hausse richtig und gilt als energischer Kritiker der FED-Politik: Stanley Druckenmiller meldet sich erneut – und das mit drastischen Worten. Im Rahmen einer Konferenz hielt er mit seiner Einschätzung der US-Notenbank nicht hinterm Berg, der er bescheinigt, kein Endspiel zu kennen. Die Politik der extrem niedrigen Zinsen und des Gelddruckens bezeichnet er als “radikales und monetäres Experiment”, dessen Ergebnisse allerdings die theoretischen Grundlagen der Zentralbankpolitik ad absurdum geführt hätten. Seine Prognose: Er stellt sich auf einen bärischen Aktienmarkt ein und sieht in Gold nicht nur ein Edelmetall, wie das viele seiner Kollegen tun, sondern eine Währung, mit der sich die Strafzinsen elegant umgehen lassen. Also raus aus Aktien, rein ins physische Gold!

Goldpreis zunächst noch zaghaft, aber auf dem Sprung

Auch wenn die Charts zeigen, dass das Edelmetall noch nicht ganz über den Berg ist, zeichnet sich doch ein Lichtstreif am Horizont ab: Nach dem Test der wichtigen Unterstützung bei 1.260 US-Dollar für die Feinunze konnte sich der Goldpreis wieder sukzessive erholen – aktuell notiert er bei 1.276 US-Dollar je Feinunze. Sollte er über 1.280 US-Dollar für die Feinunze steigen, ist die nächste Bewährungsprobe bei 1.296 US-Dollar zu erwarten. Schlechter werden die Prognosen, wenn die 1.260 US-Dollar und in der Folge die 1.256 US-Dollar für die Feinunze nicht gehalten werden können.

Ein weiterer Faktor für den Anstieg des Goldpreises sind die stabilen ETF-Zuflüsse – elf Tage in Folge konnten diese nun verzeichnet werden. Die Nachfrage nach physischem Gold wird vor allem von den Notenbanken getragen, hier stechen China und Russland hervor. Da China hier durchaus noch Potenzial hat, der Goldanteil an den Währungsreserven beträgt 2,2 Prozent, was im globalen Vergleich relativ wenig ist, dürfen weitere Investitionen erwartet werden. Aktuell verfügt China mit 1.808 Tonnen des Edelmetalls über den fünftgrößten Bestand weltweit.

Für den Goldpreis stehen die Vorzeichen auf Anstieg, sollten sich die Investoren über die kritische Situation in den Aktienmärkten erst so richtig klar werden – allen Maßnahmen der Zentralbanken zum Trotz.