Der Krugerrand ist eine Anlagemünze, welche ausschließlich in Gold erhältlich ist. Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung Krügerrand in Wort und Schrift üblich. Der Krugerrand wurde nach dem südafrikanischen Politiker Paul Kruger und dem gesetzlichen Zahlungsmittel Südafrikas, dem Rand, benannt. Das Motiv ist über die Jahre gleich bleibend.
Formal ist es nach der südafrikanischen Notenbankverordnung ein offizielles Zahlungsmittel in Südafrika, obwohl er nicht als Bargeld gedacht ist und praktisch nicht als solches genutzt wird. Im Gegensatz zu den meisten Münzen trägt der Krugerrand keinen aufgeprägten Nennwert, dieser wird stattdessen an jedem Werktag von offizieller Seite in Bezug zum Marktpreis (Goldfixing London) des Goldgehaltes neu festgesetzt und in Landeswährung ausgewiesen.
Die Vorderseite der Münze zeigt ein Portrait von Paul Kruger und die Schriftzüge SUID-AFRIKA und SOUTH AFRICA, auf der Rückseite ist eine Springbock-Antilope abgebildet, in geteilter Schreibweise befindet sich links und rechts davon die Angabe des jeweiligen Prägejahres, im oberen Teil ist das Bild umrahmt von dem Schriftzug KRUGERRAND und unten mit FYNGOUD 1 OZ FINE GOLD. Der Feingehalt dieser seit 1967 geprägten und allgemein als erste moderne Anlagemünzen betrachteten Stücke ist 916,6/1000 (22 Karat) und das Feingewicht je nach Stückelung 1/1, 1/2, 1/4 oder 1/10 Unze. Das höhere Raugewicht ergibt sich durch die Legierung mit einem Anteil Kupfer zur Erhöhung der Kratzfestigkeit, welches der Grund für den rötlich-goldenen Farbton der Münze ist. Die Stückelungen unterhalb einer Unze werden erst seit 1980 hergestellt.
1967 bis 1969 wurde die Münze von der Pretoria Mint mit einer Auflage von 40.000 Stück pro Jahr geprägt. Danach vervielfachte sich die Produktion. 1970 wurden 211.018 Münzen, 1974 schon 3,2 Millionen Exemplare produziert.
1986 wurde aufgrund der andauernden Apartheid eine Sanktion von der EG und der USA beschlossen. Dies führte zum Einfuhrverbot des Krugerrands. Daraufhin brach die Auflagenstärke der Münzen zusammen. Die Tiefstände wurden 1995 mit nur noch 8.285 1 Unzen-Stücken beziehungsweise 1998 mit einer Jahresgesamtproduktion aller Stückelungen von 23.277 Unzen erreicht. Der Handel und der Besitz dieser Münzen wurde jedoch nie verboten. Aufgrund von Verunsicherung und Falschinformation wurde auch der Tausch der Münzen in gleichwertige Maple Leafs von Banken angeboten. Diese Umtauschaktion, welche zu einem enormen Einschmelzen des Krugerrands in diesen Jahren resultierte, führte zu einem Preisabschlag der Münze. Dieser Preisabschlag hat auch gegenüber Münzen mit identischer Feinheit Bestand. Informationen nach denen der Abschlag auf die geringere Feinheit zurückzuführen ist sind daher falsch.
1999 wurde das Einfuhrverbot wieder aufgehoben und die Auflage wächst seit dem wieder an. An die alten Rekorde hat sie bis jetzt jedoch nicht mehr Anschluss gefunden.
Heute hat der Krugerrand trotz der widrigen Umstände den größten Marktanteil unter den inzwischen zahlreichen verschiedenen Bullionmünzen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass er mit etwa 5% nur einen sehr geringen Aufpreis auf den an den Edelmetallbörsen festgelegten Spotpreis hat.