Heutzutage bieten Goldzertifikate den Anlegern eine Möglichkeit, Gold zu besitzen, ohne die Lieferung des physischen Edelmetalls entgegen nehmen zu müssen. Sie werden von einzelnen Banken vor allem in Deutschland und der Schweiz ausgegeben und bestätigen das Eigentum des jeweiligen Anlegers, während die Bank das Metall für den Kunden in Fremdbesitz aufbewahrt. Der Kunde spart so Kosten für die Verwahrung und Sicherung und erhält seine Liquidität dadurch, dass er (bei Bedarf) Teile des Bestandes veräußern kann, indem er den Verwahrer einfach telefonisch benachrichtigt.
Die Märkte sacken ein, die Fed zittert, und der Goldpreis schnellt in
die Höhe. Während in den USA mit der Subprime-Krise die Angst vor einer
Rezession fühlbar geworden ist, sprechen viele Analysten seit
Jahresbeginn vom Goldrausch. Das klingt zwar zunächst nach
widersprüchlicher Euphorie, doch der Antrieb des Goldflugs ist eher der
Pessimismus der Anleger - denn Inflationsangst und Teuerung der
Edelmetalle hängen unmittelbar miteinander zusammen. Die ebenfalls oft
bemühte Metapher der "Goldflucht" trifft die aktuelle Entwicklung aber
nicht unbedingt besser, denn das Comeback der Edelmetalle birgt gute
Anlagemöglichkeiten und -Alternativen.
Mitte Januar diesen Jahres ist der Preis für eine Feinunze Gold (31,1g) erstmals über die 900 DollarMarke gestiegen und erzielte dieses Wochenende sogar den Höchststand
von 923,40 Dollar. Das Edelmetall legte damit innerhalb eines halben
Jahres einen regelrechten Höhenflug hin. Seit August 2007 verteuerte
sich der Feinunzenpreis um über 250 Euro. Und die Gipfelfahrt scheint
nicht abzubrechen; tatsächlich erwarten einige Experten bereits schon
bald die Überschreitung der 1000 Dollar Marke.
Die enorme
Entwicklung des Goldpreises wird deshalb weitgehend als psychologisches
Indiz für die Vorsicht der Anleger und Ihr Misstrauen gegenüber der
Entwicklung der Weltwirtschaft gedeutet. Während die Fed
(US-Zentralbank, "Federal Reserve System") seit der Subprime-Krise
versucht, das US-Wirtschaftswachstum mit Leitzinssenkungen aufzupumpen,
nehmen Goldinvestitionen stärker zu. Da zinsgetragene Anlagen durch die
Eingriffe der Fed direkt an Renditemöglichkeiten einbüssen und der
Dollar ebenfalls geschwächt wird, erweist sich Gold als stabilere
Investitionsalternative.
Denn Gold ist nicht zinsgebunden und wird deshalb von den aktuellen
Entwicklungen auch nicht negativ tangiert, im Gegenteil: es kann sich
unabhängig entwickeln und von der Schwächung des Dollars profitieren.
Vielerorts wird daher der "Run for Gold" oder "Goldrush" als
Absicherung gegen eine zunehmende oder erwartete Währungsabwertung
gedeutet.
Neben den durch die Ölpreis-Rallye angeheizten Inflationsängsten in den USA und dem Zinspoker der Fed spielt aber noch ein weiteres Phänomen eine entscheidende Rolle für den Gold-Kick. Während die Nachfrage nach dem Edelmetall stetig steigt, sinkt im direkten Verhältnis das Angebot. Gold wird immer weniger und unter immer schwierigeren und kostspieligeren Bedingungen gefördert. Erst am Freitag setzten Südafrikanische Minen mangels Strom vollständig aus, was sich unmittelbar auf den Goldpreis auswirkte. Die Prognosen für Gold stehen daher mehrheitlich auf Teuerung – wenn man auch mit vereinzelten Kapriolen rechnen muss.
Zertifikate auf Edelmetalle bieten Anlegern die Möglichkeit, auf einfache Art und Weise an der Wertentwicklung von Edelmetallen zu partizipieren. Dabei glänzen die Zertifikate mit attraktiven Vorteilen. So fallen zum einen die mit dem physischen Erwerb - beispielsweise von Gold - verbundenen Kosten, wie etwa für die Lagerung, weg. Als börsengehandelte Wertpapiere können Zertifikate dazu an den Börsen Stuttgart und Frankfurt während der Handelszeiten sowie außerbörslich Handel jederzeit gehandelt werden.